Swami Kriyananda
Swami Kriyananda
Lehrer · Gründer · Mitmensch
Heute vor 100 Jahren wurde er geboren. Ein Mann, der eine kleine Gemeinschaft in den Wäldern Kaliforniens gründete — und damit eine Bewegung auslöste, die bis ins Belgische Viertel in Köln reicht. Wer war Swami Kriyananda wirklich, jenseits der Bücher und der Ehrerbietungen?
Ein Suchender aus guten Verhältnissen
James Donald Walters wuchs als Sohn amerikanischer Eltern auf — geboren 1926 in Rumänien, aufgewachsen zwischen Europa und den USA. Eine Kindheit in komfortablen Verhältnissen, und trotzdem: die großen Fragen kamen früh. Was ist der Sinn des Leidens? Was bin ich wirklich, jenseits von Name und Herkunft?
Mit 22 Jahren besuchte er einen Vortrag von Paramhansa Yogananda in Los Angeles. Es war einer dieser Momente, die alles verschieben. Wenige Tage später war er Yogananadas Schüler — und der Rest seines Lebens hatte eine Richtung.
Ein langer Weg in Etappen
Geburt in Teleajen, Rumänien
Sohn amerikanischer Eltern, aufgewachsen in einer bewegten Zeit zwischen Kulturen und Kontinenten.
Begegnung mit Paramhansa Yogananda
Los Angeles. Ein Vortrag. Eine Erkenntnis. Er tritt dem Kreis Yogananadas bei und lebt als Mönch in unmittelbarer Nähe seines Lehrers — der ihm den Namen „Kriyananda“ gibt: Glückseligkeit durch Kriya-Yoga.
Aufnahme in den Swami-Orden
Formelle Weihe in die monastische Tradition. Er reist, lehrt und hält Vorträge in aller Welt — darunter Indien, Europa, die USA.
Abschied von der SRF — nicht von der Lehre
Er verlässt die Self-Realization Fellowship, der er nach Yogananadas Tod angehörte. Nicht aus Zwist mit den Inhalten, sondern wegen einer anderen Sicht, wie spirituelle Gemeinschaft gelebt werden sollte.
Gründung von Ananda Village
Nevada City, Kalifornien. Die erste Ananda-Gemeinschaft entsteht. Das Experiment: Spiritualität nicht hinter Klostermauern, sondern mitten im Alltag — mit Familie, Arbeit, Meditation.
Tod in Assisi, Italien
Er stirbt am 21. April 2013, umgeben von Schülern. Sein Werk — Bücher, Musik, Gemeinschaften — lebt weiter.
„Freude ist nicht das Ziel des spirituellen Weges. Sie ist der Beweis, dass man auf dem richtigen Weg ist."
Swami Kriyananda
Ein Leben, das Spuren hinterlässt
Kriyananda war produktiv im eigentlichen Sinne des Wortes. Er schrieb nicht als distanzierter Akademiker, sondern als jemand, der selbst suchte, scheiterte und weitermachte. Das macht seine Bücher lesbar — auch ohne Vorwissen über östliche Philosophie.
Sein bekanntestes Buch „The Path“ (dt. „Auf dem Pfad“) gilt als eines der lebendigsten Zeugnisse über das Leben bei Paramhansa Yogananda. Kein Mythos, keine Verklärung — sondern ein ehrlicher Bericht eines Menschen, der lernte, zu sehen.
Kriyananda war kein unfehlbarer Mensch aus dem Bilderbuch. Er selbst schrieb und sprach offen über eigene Fehler, Zweifel und Rückschläge. Genau das macht ihn zugänglich — für Menschen, die spirituelle Tiefe suchen, aber keine Unterwerfung unter ein idealisiertes Bild.
Seine Kernbotschaft war einfach genug, um sie im Alltag zu leben: Meditiere täglich. Suche Freude. Sei freundlich. Kein Kloster notwendig. Keine langen Rituale. Die Praxis gehört in den normalen Tag — zwischen Einkauf, Arbeit und den kleinen Krisen des Lebens.
Sein Echo in Köln
Die Meditationstechniken, die Sicht auf das Leben, die Musik, die Texte — all das, was Kriyananda über Jahrzehnte gesammelt und weitergegeben hat, ist die Grundlage dessen, was wir im Ananda Köln City Center praktizieren und lehren.
Wenn du hier meditierst, einen Kurs belegst oder einfach mal reinschaust: Du begegnest einem Echo dieses langen, unruhigen und leuchtenden Lebens.
Danke
… für dein Interesse und deine Unterstützung. Lass uns zusammen einen Ort erschaffen, an dem jener Frieden und jene Verbindung zwischen allen zu finden sind, die in der Welt so häufig fehlen.
Zum Abschluss noch ein Wort zum Thema Spenden: Die meisten Menschen im Westen sind im Kapitalismus aufgewachsen und haben verinnerlicht, dass Spenden etwas ist wie Schenken, bei dem also einer großmütig gibt und der andere dankbar empfängt. Und das ist auch nicht falsch. Allerdings liegt auf dem Pfad, den Yogananda gelehrt hat – wie in vielen anderen Traditionen – der Fokus eher auf der Frage: Was ist mein spiritueller Gewinn, wenn ich spende? Wenn wir eine Sache unterstützen, die uns etwas gibt oder uns inspiriert, dann bildet sich ein natürlicher Kreislauf, in dem man gleichermaßen schenkt und empfängt. Und wenn wir unser Geld „für eine gute Sache“ geben, dann holen wir dieses Geld heraus aus der einfachen Logik des Geldverkehrs und sagen: Diese Summe gehört nicht mir, sondern etwas Höherem, ich widme sie in Dankbarkeit etwas Gutem. Letztlich sind beide beschenkt: der Spender selbst und die Sache, für die er spendet.