Was ist Ananda?

Ananda ist eine weltweite spirituelle Bewegung, eine Gemeinschaft, die nach den Lehren von Paramhansa Yogananda lebt und von seinem direkten Schüler Swami Kriyananda gegründet wurde. Yogananda sagte voraus, dass Gemeinschaften – er nannte sie „World Brotherhood Colonies“ – die Lebensform der Zukunft sein würden, und Kriyananda hat diese Vision seines Meisters in die Praxis umgesetzt. Ende der 60er Jahre gründete er mit einigen Weggefährten ein Village in den kalifornischen Bergen, welches bis heute das Herz Anandas und womöglich die erfolgreichste, langlebigste Community der Welt ist. Die Essenz von Ananda hat Swami Kriyananda in einem bemerkenswerten Text zusammengefasst, den wir mit Euch teilen wollen:

Der Weg der Ananda Sanghis

von Swami Kriyananda

„Möge das Göttliche Licht mein Herz erwecken und reinigen, und allen Wesen Erleuchtung bringen.“

1. Wir glauben an ein einziges, glückseliges, ewiges Bewusstsein, Satchidanandam, von dem das gesamte Universum durchdrungen ist und das es mit allen Geschöpfen vereint in einem Bund gegenseitigen Dienens. Dieses glückselige Bewusstsein ist die Realität, welche der gesamten Schöpfung innewohnt; es geht selbst der Manifestation des Universums voraus.

2. Wir glauben daran, dass es die höchste Pflicht des Menschen ist, sich selbst als Ausdruck des allgegenwärtigen Satchidanandam zu erkennen.

a) Diesen Weg zur Selbst-Verwirklichung (Self-realization) beschreiten wir vor allem durch die innere Stille täglicher Begegnung mit dem unendlichen Selbst.

b) Für uns selbst sehen wir die Notwendigkeit, diese Verwirklichung dadurch auszudrücken, dass wir täglich mindestens einen spezifischen, bewussten, persönlich gewählten Akt des Dienens an unseren Mitgeschöpfen vollziehen.

c) Wir bekräftigen – wiederum nur für uns selbst, denn wir möchten unser Verständnis niemand anderem aufdrängen – die Notwendigkeit, alle als Manifestationen des ewigen Satchidanandam zu ehren, seien sie Freunde oder selbst ernannte Feinde, und sie als unsere Brüder und Schwestern in diesem Höchsten Bewusstsein zu sehen, das mal Gott, mal Ishwara, Allah oder Jehovah genannt wird. Wir verstehen alle Namen für diese Höchste Wesenheit als Bezeichnung für unseren einen, gemeinsamen Schöpfer.

d) Wir bejahen, dass wir unserer Höchsten Quelle etwas zurückgeben müssen, indem wir Ihr durch den täglichen Dienst für Andere jede Ego-Bindung und jede uns selbst beschränkende Identität darbringen.

e) Als das höchste Ziel in unserem Leben suchen wir den Zustand tatsächlicher, bewusster Vereinigung mit Satchidanandam.

f) Wir streben danach, unser Leben zu einem Kunstwerk zu machen, ob durch Musik, Kunst oder die einfachen Taten unseres täglichen Lebens, mit dem Ziel, jener Freude Ausdruck zu verleihen, die in unserem tieferen Selbst verborgen liegt.

g) Wir streben danach, all unsere Gedanken und Handlungen vom Zentrum unseres Seins nach außen strahlen zu lassen und uns nicht zu gestatten, nur oberflächliche Reflektionen der Gedanken und Taten anderer zu werden.

3. Wir streben niemals danach, andere für unsere Sache zu bekehren, sondern lediglich in allen liebevoll den Wunsch zu wecken, die Freude ihres eigenen Seins wiederzugewinnen.

4. Wir streben nach Gemeinschaft mit anderen, die willens sind, zusammen mit uns diese liebevolle Arbeit zu leisten, das allgemeine Bewusstsein zu erheben. Es ist unsere Hoffnung, durch unsere gemeinsame Anstrengung die Inspiration immer effektiver teilen zu können.

5. Wir erkennen, dass jeder einzelne Mensch, ob sich andere bewusst unserer Arbeit anschließen oder nicht, dem Ewigen Zweck dient, einfach dadurch, dass er, unbewusst oder weise, auf der Suche nach der Freude seines eigenen Wesens ist. Deshalb verurteilen wir niemanden, der womöglich andere Vorstellungen hat als wir, sondern fühlen uns allen als Gefährten auf der Suche nach der Höchsten Glückseligkeit verbunden.

6. Wir erkennen, dass der Weg der Ananda Sangha vor allem ein innerer, kein äußerer ist; dass er uns über den universellen Pfad der Wirbelsäule in einen hohen Zustand der Begegnung mit Gott an jenem Punkt führt, der auf der Stirn zwischen den Augenbrauen liegt. Nachdem wir initiiert wurden, folgen wir diesem Pfad durch das tägliche Praktizieren der nicht-sektiererischen Wissenschaft des Kriya Yoga, wie es von Yogavatar Lahiri Mahasaya von Varanasi genannt wurde, der es im neunzehnten Jahrhundert wiederbelebt hat. Das Ziel von Kriya Yoga ist es, Energie und Bewusstsein von den Sinnen in die Wirbelsäule zurückzuziehen und die Wahrnehmung zu erheben hin zur bewussten Vereinigung mit der Höchsten Realität: Satchidanandam. Jene, die diese heilige Wissenschaft praktizieren, heißen Kriyaban. Die Kriyaban der Ananda Sangha bringen besonders jenen Respekt, Ehrerbietung und Wertschätzung entgegen, die die Verbreitung des Kriya Yoga in der Neuzeit inspiriert haben: Jesus Christus, Mahavatar Babaji (der, wie er seinen engen Schülern sagte, in einer früheren Inkarnation Bhagavan Krishna war), Lahiri Mahasaya, Swami Sri Yukteswar und Paramhansa Yogananda, Botschafter des Kriya Yoga im Westen und Fürsprecher der grundsätzlichen Einheit von Hinduismus, Christentum und, folglich, aller großen Religionen der Welt. Kriyaban verehren die großen Heiligen aller Religionen, aber ihre Verehrung und Gefolgschaft gilt besonders der Linie von Gurus, nach deren Leben und Lehren wir unser eigenes Leben ausrichten.

Du willst Ananda kennen lernen?

Heute ist Ananda in über 150 Städten auf der ganzen Welt präsent – von Gemeinschaften, die zusammen leben und arbeiten, bis hin zu Meditationszentren in Großstädten. Alle teilen dieselben Lehren, dieselben Techniken, dieselbe Vision.

Wenn du den Spirit von Ananda selber erfahren möchtest – und nichts kann die direkte, persönliche Erfahrung ersetzen –, findest du dazu einen großen Reichtum an Möglichkeiten. Du kannst bei einer Vielzahl von Online-Kursen und -Events mitmachen, kannst das Ananda Village in Kalifornien oder das Europazentrum in Assisi besuchen – oder du kommst im Kölner Center vorbei, wo du nicht nur ein breites Programm findest, sondern auch Ansprechpartner, die gerne deine Fragen beantworten.